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24.10.2007Maritime Wirtschaft

Spatenstich für Forschungsanlage der Marinen Aquakultur / Uni Kiel tritt Betreibergesellschaft bei

Wenn große Bauprojekte von kommunaler Bedeutung anstehen, dann nutzen die Beteiligten nicht selten einen symbolischen ersten Spatenstich dazu, um das Vorhaben noch einmal öffentlich zu erläutern und den Baubeginn bekannt zu geben. Das war in Büsum jetzt nicht anders. Dort entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ) der Kieler Uni in den kommenden Monaten eine Forschungs- und Versuchsanlage zur Fischproduktion in Salzwasser-Kreislaufanlagen. Betreiber der Anlage ist die Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA), die vor drei Jahren zu diesem Zweck von der Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel (egeb) und der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein (ISH) gegründet worden war. Jetzt ist auch die Uni Kiel an der GMA beteiligt: Rektor Prof. Dr. Thomas Bauer unterzeichnete nach dem Baubeginn den neuen Gesellschaftsvertrag.

Für ISH-Vorstand Hans-Jürgen Block hatte der Spatenstich-Termin daher gleich doppelte Symbolik: “Der Beitritt der Uni zur Betreibergesellschaft GMA setzt Zeichen für eine nachhaltige Unterstützung des neuen Fachgebiets Marine Aquakultur an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät“, sagte Block. Die ISH finanziert den Aufbau des Fachgebiets „Marine Aquakultur" an der Kieler Uni. Zentraler Bestandteil einer Vereinbarung mit dem Land, der Universität und der GMA ist eine Stiftungsprofessur, die von der ISH bis zum Jahr 2011 mit insgesamt rund 500.000 Euro gefördert wird.

„Grundsätzlich geht bei der Produktion von Meerestieren – einem Erfolg versprechenden, aber auch kritisch beobachteten Bereich – gar nichts ohne die Wissenschaft”, sagte Rektor Bauer. “Sie ist es, die die Voraussetzungen und Folgen dieser Wirtschaftsform untersucht und Empfehlungen für die Praxis erarbeitet.“ Das sei auch der Grund für das Engagement der Uni in der GMA.

Die Forschungs- und Versuchsanlage der GMA bildet zusammen mit dem ebenfalls neu zu errichtenden Gründerzentrum MariCube des Kreises Dithmarschen und dem FTZ Deutschlands erstes „Kompetenzzentrum für Blaue Biotechnologie am Meer“, wie es der Pressedienst des Kreises formulierte. Mehr als vier Millionen Euro EU-, Bundes- und Landesmittel sowie Mittel des Kreises Dithmarschen fließen in das Leitprojekt der Zukunftsinitiative „Zukunft Meer“. Der Bau soll bis Ende 2008/Anfang 2009 fertig gestellt sein.

Die Lehre im Bereich Marine Auqakultur für die Studierenden der Agrarwissenschaften und der Biologie hat an der Kieler Uni unterdessen bereits begonnen. Am 1. April 2007 hat Prof. Dr. Carsten Schulz von der Humboldt-Universität Berlin die ISH-Stiftungsprofessur an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät angetreten. Als wissenschaftlicher Geschäftsführer der GMA konnte er seine Vorstellungen in die Planung der Forschungs- und Versuchsanlage einbringen.


 
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